Statement der Selbsthilfeorganisation Allergie- und umweltkrankes Kind e.V.

Verzweifelte Machtkämpfe, Schreiattacken von Kindern und Eltern, ewiges Diskutieren um Regeln. Das ist Alltag in vielen Familien. Ständig Stress, ständige Diskussionen, die nicht sein müssten. Kinder, die seit Jahren nicht durchschlafen, nicht richtig essen oder an Verhaltensstörungen leiden. Einige Tausend Familien waren bereits Patienten in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen – und für nahezu alle Eltern und Kinder war diese Behandlung die letzte Rettung eines langen Leidensweges.

Wie sieht die Arbeit der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen aus?

Eine Bezugsperson, Mutter oder Vater, wird mit dem Kind aufgenommen und wir lernen viel über die Hintergründe der Psychosomatik, über Stressmuster und wie wir ihnen entgegenwirken können. Wir bekommen in diversen Vorträgen gezeigt, wie wir eine gute Bindung zu unseren Kindern aufbauen bzw. fördern können. Wir lernen Entspannungsmethoden, wir spielen und kuscheln mit den Kindern, machen Sport, lernen etwas über Ernährung und über entwicklungspsychologische Hintergründe. Wir lernen etwas über unsere Herkunft und genetischen Baupläne, über die Wichtigkeit von gelingenden und gesunden Beziehungen in unseren Familien - und über liebevoll konsequente Erziehung.

Und was erreichen wir am Ende damit?

Kinder verlieren durch Veränderung von Stressmustern ihre chronischen Erkrankungen, schlafen und essen wieder, kooperieren mit ihren Eltern. Familien finden wieder zueinander, Eltern sind wieder Eltern, und die Kinder merken, dass sie liebevoll begleitet und buchstäblich an die Hand genommen werden. Nicht mehr und nicht weniger wird vermittelt.

Völlig haltlose Vorwürfe

Es ist bedauerlich, wie harsch und unsachlich die Kritik an Film und Klinik geäußert wurde - übrigens oft von Menschen, die weder Klinik noch Film kennen, sondern sich ihre Meinung nur aufgrund anderer Kommentare gebildet haben. Wenn es sachliche Argumente und einen sinnvollen Austausch zum Wohle unserer Kinder wäre, dann hätte diese Debatte einen Sinn. So richtet sie leider nur Schaden an: Die Kritik sorgt für noch mehr Unsicherheit, als ohnehin schon herrscht und stellt diejenigen an den Pranger, die seit Jahren für ein Konzept stehen, das vielen von uns buchstäblich das Leben „gerettet“ und den Blick geöffnet hat für eine Sichtweise, die es uns als Familie ermöglicht, liebevoll miteinander umzugehen. Wir sind nach wie vor unsagbar dankbar dafür.

Die Kinder heute

Und unsere Kinder? Egal wie alt sie heute sind - ihnen geht es super. Sie sind selbstbewusst, weil sie alle Emotionen ausleben durften, sie sind autonom, weil sie viele Lösungen selber finden konnten, sie haben Frustrationstoleranz, weil sie auch einmal warten durften, sie haben eine gute Impulskontrolle, weil sie gelernt haben, sich selber zu regulieren, sie können sich konzentrieren, weil sie gelernt haben, freie Zeitfenster für sich zu nutzen, sie haben Bedürfnisaufschub gelernt, weil sie auch einmal warten mussten, sie verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz, weil sie auch negative Erfahrungen sammeln durften. Sie gehen ihre Wege, sehr selbstständig und wir haben als Eltern gelernt, sie loszulassen und ihnen zu vertrauen.
Mehr dazu: www.allergie-und-umweltkrankes-kind.de

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